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Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.
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Die Sache mit den Netzsperren... (und Europa-Wahl, DNA-Tests...)
Von e7 am 13.05.2009, 21:15 in der Kategorie Kopfschüttelnd... mit den Tags wahlkampf europawahl datenschutz dna beschuldigter verdächtig zensur von der leyen zensursula. Kompletten Eintrag zeigen
Im Pantoffelpunk-Blog wird berichtet, dass die Sache mit den Netzsperren wohl schon ziemlich schnell ausarten dürfte. Konkret geht es um eine Satireseite:
Leider wurde aber mein Hoster nach eigenen Angaben vom BMI ‘gebeten’, mir diese Domain unverzüglich ‘freiwillig’ zu kündigen.
Der Betreiber vermutet, es gehe um die Verwendung des Logos/CI des Bundesinnenministeriums. Quasi „direkt“ vom Verfassungsminister, der schon die Verträge mit den Providern zwecks DNS-Sperren als einwandfrei bezeichnet hat.
Das interessante daran: Es geht nicht mal um irgendwelche simplen ins Netz gestellten MP3s (die ja von gewissen Lobbygruppen aus dem 20. Jahrhundert auch gerne gesperrt werden würden), sondern um eine Parodie/Satire — die halt unserer politischen Spitze nicht so ganz in den Kram passt.
Mal schauen, was sich da noch genaues ergibt. Aber es geht ja bald mit den Wahlen los. Die CSU plakatiert fröhlich „Nur wer CSU wählt, gibt Bayern eine Stimme in Europa", was alleine schon für die Dreistigkeit, das in Franken zu tun, jegliche Stimmsympathie zunichte macht, die SPD schreibt „Ein Oberfranke für Oberfranken in Europa", was auch nicht so viel aussagekräftiger ist. Bei beiden Parteien scheint das Parteiprogramm wohl nicht so toll zu sein, wenn es nicht erwähnt wird — und dabei sollte sich zumindest die CSU was einfallen lassen, weil die ihre Stimmen nur regional begrenzt erhält. Margret Thatcher soll mal gesagt haben:
Jedes Staatsoberhaupt, welches die Souveränität seines Landes an eine internationale Organisation aufgibt, sollte nicht Staatsoberhaupt sein.
Die Main-Spitze berichtet, dass das Verweigern einer DNA-Probe zu Hausdurchsuchungen und eventuell sogar Einträgen im Führungszeugnis führen kann:
Drei Personen allerdings wohnen hier in Deutschland, haben aber eine Teilnahme am Test verweigert. Bei ihnen wird nun eine härtere Gangart eingelegt, sie werden nicht mehr als Zeugen, sondern als Beschuldigte behandelt. Das bedeutet nach Auskunft von Stein, dass sie im Polizeicomputer von nun automatisch als potenzielle Mörder enthalten sind.
Ohne Kommentar.
Schnüffelstaat und das Bankgeheimnis
Von e7 am 02.02.2009, 22:00 in der Kategorie Kopfschüttelnd... mit den Tags kunde vertrauen bank hinterlistig datenschutz schnüffelei geldwäsche. Kompletten Eintrag zeigen
An der Universität Kassel wird derzeit eine Umfrage zum Bankgeheimnis durchgeführt ((via)). Die Umfrage ist sehr informativ gehalten und enthält Informationen, wann der Staat in unseren Bankgeschäften herumschnüffelt.
Neben dem allgemeinen Hinweis auf die Umfrage möchte ich ein Zitat klauen. Es stammt aus „Arbeitsauftrag: Geldwäscheverhinderung“ vom Bank-Verlag Köln, dort auf Seite 78 zu finden und enthält Arbeitsanweisungen für Kundenberater:
Kommen der Bank Transaktionen (z.B. auffällige Bargeldeinzahlungen) auf einem Kundenkonto verdächtig vor, werden alle Transaktion (z.B. Überweisungen, Auszahlungen) auf diesem Konto bis zur Klärung des Sachverhalts durch den Geldwäschebeauftragen gestoppt. Die Verzögerung in der Ausführung der Transaktion soll gegenüber den Kunden mit „technischen Problemen“ und nicht mit dem Geldwäscheverdacht begründet werden.
"Technische Probleme“… Wenn eine Lastschrift von der Bank erst Wochen später ausgeführt wird, ist das theoretisch nicht mein Problem. Allerdings dürfte es schwierig werden, wenn man nicht mehr an Bargeld kommt… Abgesehen von der Hinterlistigkeit sieht man also immer wieder, wie wichtig es ist, Bargeld zu Hause zu bunkern und der Bank eben keine großen Vermögensvorräte anzuvertrauen. Und man sieht mal wieder, wie einfach alles ist, wenn man eh kein Geld hat, dann muss man sich nicht mal großartig entscheiden :)
Das Internet... eine Linksammlung.
Von e7 am 01.11.2008, 21:16 in der Kategorie Zwischendurch... mit den Tags geschenktipp bwl msoffice opensource usa wdr wahlcomputer ehe comicfiguren dnb datenschutz image telekom bundeswehr vds ziercke bka bild knol. Kompletten Eintrag zeigen
Das Internet ist eine riesige Fundgrube an Wissen. Manchmal besser, manchmal schlechter. Nehmen wir das Beispiel knol — eine neue „Wissensplattform“ von Google. Dort kann jeder Artikel verfassen — fremde Artikel kann man allerdings nicht ändern. Und so wird der Artikel über BILD.de wohl auch nicht so schnell wieder verschwinden. Schon die Zusammenfassung lässt den geisten Dünnpfiff erahnen:
Erstklassiger Journalismus und innovatives Webdesign stehen bei BILD.de für spannenden Content, moderne Audio- und Video-Features sowie interaktive Angebote.
Den gleichen Satz — inklusive des gleichen Werbetextes außen herum — findet man bei bild.de auch direkt. In diesem Zusammenhang natürlich der Hinweis auf Bildblog.de — auch wenn man die Bild nicht liest, eine spannende Lektüre.
Derweilen liest man bei Heise und anderen Seiten:
Zur Bekämpfung dieser Delikte ist die Polizei nach Zierckes Darstellung auf die Vorratsdatenspeicherung angewiesen. Die IP- Adresse sei oftmals die einzige Spur zu den Tätern. Wenn die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg habe und das BKA diese Daten nicht mehr bekommen könnten, sei das für die Ermittler das Ende.
Nachdem das Bundesverfassungsgericht schon jetzt die Verwendung der Daten auf schwere Straftaten eingeschränkt hat (Kinderpornografie, Terrorismus, Schäuble-Witze und so weiter), dürfte sich dieser Satz sowieso erledigt haben. Es hieß sowieso mal ursprünglich, dass die Daten nicht für kleinere Fälle hergenommen werden (was bei der Bundeswehr im Inneren passiert, möchte ich da gar nicht erst wissen — aber wenn sich schon die Deutsche Post einschleimt…)
Wo wir gerade beim Thema Vorratsdatenspeicherung sind: Die Telekom — in den letzten Wochen durch verschiedene Sicherheitslecks bekannt geworden — hat ja sowieso schon immer gerne gespeichert (und Anschriften gerne herausgegeben), die Vorratsdatenspeicherung problemlos umgesetzt, und ist wohl ihrem ursprünglichen Besitzer, der Bundesrepublik (heute immer noch knapp 15 %), gerne ein hilfsbereiter Kumpel. BT Deutschland muss nicht speichern, die Telekom denkt aber auch nicht nur ansatzweise daran, ebenfalls ein Gerichtsurteil zu erwirken. Dazu sammeln sie zu gerne. Jetzt hätten sie die Chance, zumindest etwas für den Datenschutz (und die Grundrechte) zu tun — aber die Motivation fehlt eindeutig. Merken wir uns, da helfen auch keine Image-Kampagnen.
Die Deutsche Nationalbibliothek beginnt übrigens mit dem Sammeln deutscher Websites. Interessant wird das bei Seiten wie kubikzahl.de — bis 1 001 000 000 001 001 001 061 hab ich mich mal „durchgeklickt“. Die etwas jüngere Redensart, dass Politiker gerne jeden Tag mal das Internet ausdrücken würden, trifft da schon fast zu.
Nicht mehr ganz Internet, aber immerhin noch virtuell: Keine Frau gefunden? Mal dir eine! In Japan setzen sich inzwischen Leute dafür ein, Comicfiguren (mit Ausnahme der Micky Maus) heiraten zu dürfen. Wer also keine geeignete Frau findet, malt sich einfach seinen Traum aufs Papier. Der Vorteil: Nach der Scheidung spürt man wenigstens nicht die tolle Gleichbehandlung in Deutschland.
Auch (noch) nicht Internet-relevant sind die Wahlmaschinen/Wahlcomputer. In den USA haben die Wahlfälschungen bereits begonnen — verschiedene Maschinen wählen statt der Demokraten die Republikaner. Ist ja auch viel einfacher, als offensichtlich zu betrügen (mp3) (auf der Seite gibt's auch noch was geniales über unsere Politikerin aus der DDR (ebenfalls mp3) sowie was über die Rechtsaufassung des WDR).
Bei ubuntuusers.de findet man übrigens mal wieder einen Bericht über die Kosten, die mit OpenSource entstehen — nämlich weniger als mit ClosedSource von Microsoft & Co. Wie ein Dozent an der Hochschule neulich so schön sagte: Da werden 20.000 € für eine Hochschullizenz von Microsoft Office 2007 ausgegeben, obwohl OpenOffice.org kostenlos ist. Das Fluchen der Profesoren über die vermurkste Oberfläche gibt's allerdings gratis in den Vorlesungen dazu. Das tröstet zumindest ein bisschen darüber hinweg, dass die BWLer (die einzigen, die sich über das MS Office freuen) ständig die wenig vorhandenen Drucker blockieren. Übrigens gibt es eine Studie, die zum Schluss kommt, dass Studiengebühren Abiturienten abschrecken.
Zum Schluss noch ein Geschenktipp für den, der schon alles hat: Schwangerschaftsbecken 3-teilig beim Discounter Plus. Weihnachten ist ja nicht mehr weit weg, die Terroristen Typen mit den weißen Bärten sieht man schon.
Richter, Politiker und Manager...
Von e7 am 29.09.2008, 23:49 in der Kategorie Niederschmetternde Erkenntnisse mit den Tags raubkopierer drm buchpreisbindung ebooks datenschutz fotos panoramafreiheit google p2p filesharing richter gericht. Kompletten Eintrag zeigen
Nach der gestrigen Wahl könnte ich eigentlich schon wieder massig Blogeinträge schreiben — aber ich lasse mich überraschen, wie sehr sich die FDP in ihren Machtfantasien von der CSU einlullen lässt, freue mich weiterhin über das gestrige Gesicht von Beckstein und kann ganz klar sagen: etwas über 50 % Wahlbeteiligung, also ungefähr die Hälfte Nichtwähler, zeigt klar, was die Leute von der Politik halten. Weniger als 20 % für die SPD ist auch für die nicht gerade eine Parade. Heute möchte ich eigentlich nur drei Punkte zusammen fassen.
#1: Wieder ein Beispiel für Leute, die keine Ahnung haben, was sie da eigentlich machen — und dann im Namen des Volkes Urteile fällen, die keinerlei Praxisbezug haben. Das LG Oldenburg (auf deren Website befindet sich doch tatsächlich im Header ein Bild mit knapp 4 MB (oben links, das mit dem im Wasser gespiegelten Gebäude)) hat entschieden (5 O 2421/08), dass bereits die Nutzung eines Filesharing-Clients nicht privat, sondern kommerziell ist. Also nie wieder OpenOffice.org oder Ubuntu per BitTorrent laden, es führt zu einem Auskunftsanspruch. Vielleicht sollte man jemand in Oldenburg bei den Herren aufkreuzen und ihnen die Gemeinsamkeiten von P2P-Tools sowie einem Browser erklären, und was beide für Möglichkeiten bieten.
#2: Der Kieler Landtag will die Gemeinden im Norden unterstützen, um gegen die herumfahrenden Google Earth-Autos vorzugehen. Dass dabei Google ganz anders behandelt wird als alle anderen, die schon seit 50 oder 60 Jahren die Panoramafreiheit in Deutschland genießen, interessiert da natürlich keinen. In einem Forenbeitrag liest man auch was von der ominösen Seite kreuzungsperspektive.de, die ebenfalls eine Sammlung Fotos von Kieler Kreuzungen anbietet — und das schon seit mindestens 2007. Das Straßenvermessungsamt hat übrigens die Verwendung entsprechender Satellitenfotos als Grundlage offiziell abgesegnet.
#3: Erst nix schaffen, und wenn die Technik dann so weit ist, die Hand aufhalten und sich die Taschen füllen wollen: Was man bisher eigentlich nur von der Musik- und Filmindustrie kennt, scheint nun auch die Buchindustriezu entdecken — warum nicht eine Buchpreisbindung auf eBooks? Vermutlich wird es auch hier darauf rauslaufen, dass kaum jemand — dank gleicher Preise obwohl keine Herstellungskosten (Papier, Druck, Bindung) und weniger Vertriebskosten — eBooks kaufen wird und am Schluss die Raubkopierer schuld sind. Und natürlich wird man versuchen, DRM zu etablieren und damit scheitern. Dummerweise gibt es gerade bei Büchern und Informationstexten im Netz noch mehr Alternativen als bei Musik — beispielsweise sei hier nur mal WikiBooks erwähnt. Mal warten, bis sich die Verlage an Angela Merkel wenden mit der Bitte nach strengeren Gesetzen.
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