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»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

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Schießerei in Landshut: Einlasskontrollen am Gericht

Zur Schießerei in Landshut gibt es inzwischen wie bei Spiegel Online erste Berichte über die typischen politischen Konsequenzen von irgendwelchen Gewalttaten. Der Mann, der da mit der Waffe handierte, war 60 und erschoss im Gericht Menschen — unter anderem auch sich:

Seit 35 Jahren ist er berechtigt, Waffen zu führen. 1974 erwarb der Sportschütze die Waffenbesitzkarte.

Schon wieder ein Sportschütze mit Waffenerlaubnis — scheint sich wohl zu häufen. Aber statt mal drüber nachzudenken, ob Egoshooter damit wirklich was zu tun haben können (der gute Mann war 60), kommt — typisch Bayern — wieder die allseits bekannte Partei auf die Bühne:

Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) sagte, man müsse in Zeiten „zunehmender Gewalt“ Konsequenzen ziehen. „Hierzu gehört auch ein verstärkter Einsatz von Sicherheitsschleusen an Gerichtseingängen.“

Eigentlich wollten die ja auch schon Sicherheitsschleusen an Schulen aufstellen… Und, nachdem es hin und wieder vorkommt, empfehle ich noch zusätzlich Schleusen an Bahnhöfen, Privathäusern, Straßen usw.

Btw: Hat eigentlich schon mal jemand erwähnt, dass der Sinn von Ego-Shootern nicht der ist, sich selbst umzubringen?

Wertekonsens der Gesellschaft...

Hin und wieder kommt es vor, dass sich Politiker zu weit aus dem Fenster legen. Immer dann, wenn sie von Themen sprechen, von denen sie eigentlich keine Ahnung haben, oder wenn sie bewusst lügen, um Wahlkampf zu betreiben oder den Polizeistaat weiter auszubauen (Stasi 2.0 lässt grüßen).

Kandidat heute: Der bayerische Innenminister Joachim Hermann, Mitglied bei der für geniale Ideen bekannten CSU. Wie in einer Pressemitteilung zu lesen ist, scheint er die Wahlschlappe 2008 wohl vergessen zu haben und träumt noch immer von unzähligen Anhängern, die jedes Wort gierig aufschnappen, um es nachzuplappern:

Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet.

Abgesehen davon, dass in der Pressemitteilung was von „Hauptumsatz der Branche“ steht und man deshalb davon ausgehen kann, dass wohl doch ein großer Teil der Gesellschaft nix mit dem besagten Wertekonsens am Hut hat (zumindest nicht in dieser Richtung), dürften mindestens genauso viele Leute gegen staatliche Überwachung, Hausdurchsuchungen wegen einer MP3 oder einem Link auf einen Link auf einen Link einer staatlichen Zensurliste (Deckmantel „KiPo“), Diätenerhöhungen oder Finanzspritzen für Pleitegeier sein.

Da Ego-Shooter von entsprechenden Interessensgruppen gerne „Killerspiele“ genannt werden, gleich die Überleitung zum „Killer-Rentner“. Der gute Mann ist 66 Jahre alt und dürfte wohl kaum Counterstrike und ähnliches gezockt haben. Hier war der Auslöser ein Streit um Gartenabfälle und deren Entsorgung. Vielleicht sollte man einfach Gärten verbieten. Das würde auch unsere Justiz entlasten — keine überwachsenden Bäume und Sträucher mehr…

Ärger mit dem Nachwuchs?

Wie Heise berichtet, hat die Union scheinbar Probleme mit dem Nachwuchs. Mitten im bayerischen Wahlkampf hat Joachim Hermann (CSU) mal wieder ein Thema rausgekramt, mit dem er hofft, sämtliche Seniorenviele Bevölkerungsgruppen anzusprechen. Dumm nur, dass es schon länger keinen Amoklauf gegeben hat und so irgendwie das durchschlagende Argument fehlt. Immerhin traut sich der Nachwuchs von CSU/CDU zu widersprechen:

Dem antwortet nun eine Gruppe junger Politiker der Unions-Bundestagsfraktion: Sie lehnte den Vorschlag strikt ab.

Sind wir froh, dass die CSU ihr Parteimotto nicht ganz so durchsetzen kann und es ihr verboten ist so zu handeln, wie es beispielsweise 1939 geschehen ist.

Ich jedenfalls bin gespannt, wie lange die großen Parteien mit ihrer vermurksten Politik noch überleben können — irgendwann sterben auch die Stammwähler aus. Beim Nachwuchs machen die sich jedenfalls nicht sonderlich beliebt.

Einheitsbrei

Gerade bei focus.de gelesen und im Hinblick auf Bayern nur fast treffend (100 % aller Stimmen hat die CSU ja glücklicherweise nicht):

Spätestens seit den Olympischen Spielen in Peking wisse man, was möglich sei: „Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.

Diese Aussage kommt von Hans-Peter Uhl (CSU) — und CSU als Stichwort bedeutet wieder einmal mehr: anständige Bayern sollten die CSU wählen, und wer gegen Kinderpornos, Gewalt in den Medien, Killerspiele usw. ist, sowieso. Bei Beckstein gibt es keine Probleme mehr mit den Arbeitsplätzen, im Kampf gegen den Terrorismus hat er ebenfalls geniale Ideen, und auch sonst weiß Beckstein genau, wie er künftige Wähler geschickt ködert. Dabei vergisst er auch nicht, sich zum Wohle der von ihm betreuten Unternehmen einzusetzen (Beckstein sitzt im Aufsichtsrat des Nürnberger Flughafens).

Kommen wir zurück zum China-Vergleich: Ein CSU-Politiker will also alles zensieren, was der Regierung nicht passt, wenn ein eingesetzter Leistungsträger nicht passt, wird mit verschiedenen Mittelchen nachgeholfen. Mal schauen, wann der erste Wahlbetrug aufgedeckt wird (sofern nicht durch den geschickten Einsatz von Wahlmaschinen verhindert).

Dumm nur, dass die SPD sich durch verschiedene politische Einstellungen (Hartz IV, Vorratsdatenspeicherung, Urheberrecht…) ebenfalls (und häufig zusammen mit der CSU/CDU) disqualifiziert hat, die FDP und die Grünen sowieso ihren „großen Schwesterparteien“ nachplappern.

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