Über dieses Blog...
Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.
Feeds
Interessant gefunden? Mitlesen? Vollständige Beiträge per Feed.
Zur Weiterverarbeitung oder zum Einbauen für Ihre Homepage: CSV, JavaScript
Tag-Cloud
Durchsuchen
Kategorien
Archiv
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
| 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |
| 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 |
| 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 |
| 29 | 30 | 31 |
Bunkern: OOXML-Dokumentation leaked
Von e7 am 07.10.2008, 21:06 in der Kategorie Krasse Aktionen mit den Tags standard dokumentation iso leaked ooxml. Kompletten Eintrag zeigen
Nach vielen auftauchenden Unregelmäßigkeiten bei der „Normierung“ von OOXML ist nun auch der Standard an sich im Netz aufgetaucht. Typisch ist, dass die Copyright-Keule ausgepackt wird und im Blogeintrag deshalb die Datei nicht mehr zu finden ist:
Update #9 (07/10/2008): due to legal intimidation from ISO or its cronies, we have removed OOXML (also from the mirrors).
Zumindest offiziell — noch sind nicht alle Mirrors bereinigt. Macht aber nix — das Internet vergisst nichts. Und so auch der Tipp, sich das vorsichtshalber mal zu laden und abzuspeichern. Interessant ist zumindest, dass das 5570 Seiten umfassende Dokument angeblich mit Word geschrieben sein soll — zumindest laut Meta-Daten.
Und da wir gerade beim Thema sind — OpenOffice.org 3.0 RC 4 Deutsch ist inzwischen als Download erhältlich. Ich werde ihn gleich nach Absenden meines Posts installieren — seit RC 1 läuft es bei mir schon produktiv :)
OOXML: Norwegen und die Rücktritte...
Von e7 am 06.10.2008, 13:05 in der Kategorie Intelligente Entscheidungen mit den Tags rücktritt norwegen standardisierung ooxml iso. Kompletten Eintrag zeigen
Nach Brasilien, Ecuador, Kuba, Südafrika und Venezuela sowie IBM als großes Unternehmen tut sich nun auch was in Norwegen. 13 der 25 Mitglieder in Standard Norge sind zurückgetreten. Im verlinkten Blogeintrag gibt es auch eine deutsche Übersetzung (von der englischen Übersetzung des norwegischen Schreibens). Hier ein paar Auszüge, die sich interessant anhören:
Es ist betrüblich, wenn Organisationen, die im Interesse des Gemeinwohls arbeiten, versagen. Durch die Arbeit zu OOXML hat Standard Norge klar und deutlich gezeigt, dass sie nicht in der Lage ist, Norwegen in der ISO zu repräsentieren.
Das wär doch mal das für das DIN (oder, auch wenns thematisch nicht passt, für die Bundesregierung und ähnliche Institutionen).
Standard Norge hat sich entschieden, sich über ihr eigenes Technisches Kommittee hinwegzusetzen und mit ja für eine Spezifikation zu stimmen, die unreif, nutzlos und unwürdig ist, ISO-Standard genannt zu werden.
Personen, die keine Ahnung haben, aber überall mitreden. Typisch für die MS-Marketing-Abteilung: „Programmiert mal ne neue Oberfläche, die moderner aussieht, dass wir ein Verkaufsargument haben“…
Standard Norge hat ihre eigenen kommerziellen Interessen über das gestellt, was das Beste für die Gesellschaft, technisch am Praktikabelsten und aus professioneller Sicht ratsam ist.
Typischer Fall von Bestechung bzw. Lobbyarbeit.
„Durch die weitere Beteiligung an der Arbeit bei Standard Norge verlieren wir unsere professionelle Glaubwürdigkeit,“ sagt Arne S. Nielsen.
Bingo! Genauso wie Angie Merkel, Wolfgang Schäuble und viele andere Politiker ihre Glaubwürdigkeit verspielen, es aber nicht merken, ist es in diesen Fällen. Die Experten kamen dem Glaubwürdigkeitsverfall aber zu vor, unseren Politikern ist es egal. Kriegen ja Geld dafür.
Die Administration von Standard Norge vertraut 37 identischen Briefen von Microsoft-Partnern mehr als ihrem eigenen Technischen Kommittee
Hatten wir ja alles schon. Siehe die Aktion der Musikindustrie, die sich an Angela Merkel wendet, jammert.
„Standard Norge hat Hunderte und Tausende Nutzer im öffentlichen wie im privaten Bereich überstimmt,“ sagt Martin Bekkelund.
Bingo! Kein Mensch will den Standard eigentlich — endlich sagts mal einer.
Jeder Einzelne von uns wird seine Arbeit für bessere Standards in anderen Organisationen als Standard Norway fortsetzen.
Respekt, und gute Entscheidung. Schade nur, dass wir das in Deutschland wahrscheinlich nicht erleben werden :(
Weiterer Protest gegen OOXML und der ISO
Von e7 am 02.09.2008, 15:19 in der Kategorie Intelligente Entscheidungen mit den Tags geldkoffer politik deutschland korruption bestechung microsoft iso standard ooxml. Kompletten Eintrag zeigen
Kurz gesagt: „Geht doch“.
Lang geschrieben: Heise berichtet von neuem Protest gegen OOXML und dessen Zertifizierung. Brasilien, Ecuador, Kuba, Südafrika und Venezuela — das sind die fünf Länder, die gegenüber der ISO zum zweiten Mal den korrekten Ablauf der Zertifizierung in Frage stellen. Und diesmal noch eine Stufe härter, Heise schreibt:
Die empörten Schwellenländer gehen so weit, dass sie den künftigen Einsatz von ISO-Normen in ihren Verwaltungen in Frage stellen.
Beim ersten Einspruch war's ja noch harmlos: Offiziell Einspruch erhoben, logischerweise von der ISO abgewiesen (wer schon vorher nicht korrekt arbeitet, gesteht die Fehler natürlich nicht ein, vor allem nicht, wenn er dank schwarzer Koffer zum Schweigen gebracht wurde). Wer mehr über neue, nur einmal zur Abstimmung anwesende Mitglieder erfahren will und ähnliche Dinge, liest sich beispielsweise das hier, das hier oder das hier durch. Oder überlegt, warum denn der Umweg (die Abkürzung) über das „Fast Track"-Verfahren gewählt wurde. Oder überlegt, warum denn plötzlich keine funktionierende Implementation eines Standards vorliegen muss. Oder überlegt, warum plötzlich ein zweites Format standardisiert wird, obwohl eigentlich eines pro Zweck reicht — bisher war das auch bei der ISO üblich (übrigens auch ein Kritikpunkt, der im Heise-Artikel nachzulesen ist: die Länder haben alle bereits in OpenDocument Zeit, Geld und Arbeit investiert). Oder überlegt, was für ein Müll in der Spezifikation eigentlich steht:
2.15.3.6 autoSpaceLikeWord95 (Emulate Word 95 Full-Width Character
Spacing)This element specifies that applications shall emulate the behavior
of a previously existing word processing application (Microsoft Word
95) when determining the spacing between full-width East Asian
characters in a document's content.
Oder liest die Zusammenfassung eines Posters im Heise-Forum.
Nun der zweite Einspruch wird zwar nicht mehr offiziell von der ISO in irgendeinem definierten Verfahren behandelt, allerdings
habe man starke Zweifel daran, ob die ISO den Ansprüchen an eine Normierungsorganisation für „offene und herstellerunabhängige Standards“ gerecht werden könne.
Das ist zumindest die Heise-Übersetzung aus dem Protestschreiben. Wer es nachlesen will: entweder hier, oder einmal bei Convergenciadigital.com (der offizielle Text steht in Englisch weiter unten, also ruhig das spanische ignorieren) oder hier mit Bild.
CONSEGI 2008 DECLARATIONWe, the undersigned representatives of state IT organisations from Brazil, South Africa, Venezuela, Ecuador, Cuba and Paraguay, note with disappointment the press release from ISO/IEC/JTC-1 of 20 August regarding the appeals registered by the national bodies of Brazil, South Africa, India and Venezuela. Our national bodies, together with India, had independently raised a number of serious concerns about the process surrounding the fast track approval of DIS29500. That those concerns were not properly addressed in the form of a conciliation panel reflects poorly on the integrity of these international standards development institutions.
Whereas we do not intend to waste any more resources on lobbying our national bodies to pursue the appeals further, we feel it is important to make the following points clear:
1.The bending of the rules to facilitate the fast track processing of DIS29500 remains a significant concern to us. That the ISO TMB did not deem it necessary to properly explore the substance of the appeals must, of necessity, put confidence in those institutions ability to meet our national requirements into question.
2.The overlap of subject matter with the existing ISO/IEC26300 (Open Document Format) standard remains an area of concern. Many of our countries have made substantial commitments to the use of ISO/IEC26300, not least because it was published as an ISO standard in 2006.
3.The large scale adoption of a standard for office document formats is a long and expensive exercise, with multi-year projects being undertaken in each of our countries. Many of us have dedicated significant time and resources to this effort. For example, in Brazil, the process of translation of ISO/IEC26300 into Portuguese has taken over a year.The issues which emerged over the past year have placed all of us at a difficult crossroads. Given the organisation's inability to follow its own rules we are no longer confident that ISO/IEC will be capable of transforming itself into the open and vendor-neutral standards setting organisation which is such an urgent requirement. What is now clear is that we will have to, albeit reluctantly, re-evaluate our assessment of ISO/IEC, particularly in its relevance to our various national government interoperability frameworks. Whereas in the past it has been assumed that an ISO/IEC standard should automatically be considered for use within government, clearly this position no longer stands.
-Aslam Raffee (South Africa)
Chairman, Government IT Officer's Council Working Group on Open Standards Open Source Software- Marcos Vinicius Ferreira Mazoni (Brazil)
Presidente, Servico Federal de Processamento de Dados- Carlos Eloy Figueira (Venezuela)
President, Centro Nacional de Tecnologías de Información- Eduardo Alvear Simba (Ecuador)
Director de Software Libre, Presidencia de la República- Tomas Ariel Duarte C. (Paraguay)
Director de Informática, Presidencia de la República- Miriam Valdés Abreu (Cuba)
Directora de Análisis, Oficina para la Informatización.
Kurzes Fazit: Im Gegensatz zu manch anderen Bananenrepubliken Ländern wie Deutschland, Norwegen und wie sie alle heißen, scheint dort noch ordentliche Politik gemacht zu werden, dort scheint noch nachgedacht zu werden, ohne alles nachzuplappern, was geldgierige große Unternehmen eintrichtern, und von „Ich will aber Landesvater bleiben"-Wahlkampf wie Beckstein wird man dort vermutlich auch verschont bleiben.
Alle Nachrichten finden Sie im Archiv.
© 2001 - 2010 by e7o.de; powered by e7cms. XHTML Strict für gute Browser.