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»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.

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Unzulässige Besitzabgabe für internetfähige PCs

Mal wieder eines der sinnvolleren Urteile: Das Verwaltungsgericht Münster hat am 26. September 2008 entschieden (Aktenzeichen 7 K 1473/07), dass internetfähige PCs (also alles, was auch nur nach Computer aussieht) nicht zu einer Pflicht zur Zahlung der knapp 6 € Gebühren führt.

Inzwischen könne neben internetfähigen PCs auch mit Notebooks, UMTS-Handys oder sogar mit internetfähigen Kühlschränken Rundfunk empfangen werden. Da aber bei derartigen Geräten ein Bereithalten zu vielen anderen Zwecken möglich sei, könne aus dem bloßen Besitz nicht automatisch auf ein Bereithalten zum Rundfunkempfang geschlossen werden.

Leider ist das erst mal nur ein Urteil in Münster und widerspricht anderen Gerichten, allerdings ist der gesunde Menschenverstand der entscheidenden Richter durchaus lobenswert.

Elektronisches Display in herkömmlicher Zeitschrift

Das US-Magazin Esquire scheint es auf Modernität anzulegen: Sie möchten ihre Jubiläumsausgabe mit einem elektronsichen Display versehen. Ziel der ganzen Aktion: Die Zeitschrift soll im Regal stehen und den Satz „the 21st Century Begins Now“ blinkend anzeigen. Jawohl, blinkend. Alle, die sich in den letzten Jahren über die zunehmende Seltenheit von <blink> gefreut haben, dürfen sich nun auf aggressive Werbung in den Läden einstellen, sollte das zur neuen Mode werden.

Den Werbeagenturen dürfte es gefallen, haben sie doch was neues, was sie ihren gut zahlenden Kunden andrehen können, und vermutlich wird es ähnlich wie <blink> in den 90ern die BWLer in Scharen anlocken. Andererseits ist es glücklicherweise bis heute nicht üblich, dass Printprodukte Töne von sich geben, wenn man mal von verschiedenen Glückwunschkarten absieht. Hoffen wir, dass der Markt dafür nicht groß genug ist (man stelle sich nur mal einen Zeitschriftenladen mit dem Playboy neben Auto- und Gamerzeitschriften vor).

OOXML: Norwegen und die Rücktritte...

Nach Brasilien, Ecuador, Kuba, Südafrika und Venezuela sowie IBM als großes Unternehmen tut sich nun auch was in Norwegen. 13 der 25 Mitglieder in Standard Norge sind zurückgetreten. Im verlinkten Blogeintrag gibt es auch eine deutsche Übersetzung (von der englischen Übersetzung des norwegischen Schreibens). Hier ein paar Auszüge, die sich interessant anhören:

Es ist betrüblich, wenn Organisationen, die im Interesse des Gemeinwohls arbeiten, versagen. Durch die Arbeit zu OOXML hat Standard Norge klar und deutlich gezeigt, dass sie nicht in der Lage ist, Norwegen in der ISO zu repräsentieren.

Das wär doch mal das für das DIN (oder, auch wenns thematisch nicht passt, für die Bundesregierung und ähnliche Institutionen).

Standard Norge hat sich entschieden, sich über ihr eigenes Technisches Kommittee hinwegzusetzen und mit ja für eine Spezifikation zu stimmen, die unreif, nutzlos und unwürdig ist, ISO-Standard genannt zu werden.

Personen, die keine Ahnung haben, aber überall mitreden. Typisch für die MS-Marketing-Abteilung: „Programmiert mal ne neue Oberfläche, die moderner aussieht, dass wir ein Verkaufsargument haben“…

Standard Norge hat ihre eigenen kommerziellen Interessen über das gestellt, was das Beste für die Gesellschaft, technisch am Praktikabelsten und aus professioneller Sicht ratsam ist.

Typischer Fall von Bestechung bzw. Lobbyarbeit.

„Durch die weitere Beteiligung an der Arbeit bei Standard Norge verlieren wir unsere professionelle Glaubwürdigkeit,“ sagt Arne S. Nielsen.

Bingo! Genauso wie Angie Merkel, Wolfgang Schäuble und viele andere Politiker ihre Glaubwürdigkeit verspielen, es aber nicht merken, ist es in diesen Fällen. Die Experten kamen dem Glaubwürdigkeitsverfall aber zu vor, unseren Politikern ist es egal. Kriegen ja Geld dafür.

Die Administration von Standard Norge vertraut 37 identischen Briefen von Microsoft-Partnern mehr als ihrem eigenen Technischen Kommittee

Hatten wir ja alles schon. Siehe die Aktion der Musikindustrie, die sich an Angela Merkel wendet, jammert.

„Standard Norge hat Hunderte und Tausende Nutzer im öffentlichen wie im privaten Bereich überstimmt,“ sagt Martin Bekkelund.

Bingo! Kein Mensch will den Standard eigentlich — endlich sagts mal einer.

Jeder Einzelne von uns wird seine Arbeit für bessere Standards in anderen Organisationen als Standard Norway fortsetzen.

Respekt, und gute Entscheidung. Schade nur, dass wir das in Deutschland wahrscheinlich nicht erleben werden :(

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