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»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

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In Deutschland vom Aussterben bedroht: Offenes WLAN

In einem Artikel bei Heise laß ich eben folgende Zeilen, bei deren Durchlesen einem ganz spontan — ohne groß Nachdenken zu müssen — die Gründe einfallen werden:

… BITKOM meldete, inzwischen 14.200 öffentliche – aber meist nicht kostenlose – WLAN-Zugänge … aber mit einer Rate von 17 Hotspots pro 100.000 Einwohnern steht man …. recht schlecht da: in der Schweiz sind es 53, in Großbritannien 48 und in Schweden 38. … private Nutzung von WLAN liegt … unter europäischem Schnitt.

Woran das wohl liegen mag? Sicherlich nicht daran, dass Deutschland ein rückschrittliches Land ist und noch nicht in der neuen Zeit angekommen ist? Sicherlich auch nicht daran, dass Deutschland im Moment eher der DDR hinterhereifert? Ich zumindest glaube ja, dass Politiker nur unser bestes wollen, und dass durch Urteile wie LG Hamburg, 308 O 407/06, OLG Düsseldorf, I-20 W 157/07 oder LG Frankfurt a.M., 2/3 O 771/06 unsere Gesellschaft nur vor den bösen Kinderpornografie-Konsumenten und langhaarigen Bombenlegern geschützt werden soll. Und sicherlich erleidet die Bevölkerung dadurch keinerlei Nachteile.

Das ist wohl auch der Grund, warum man beispielsweise bei McDonalds, in verschiedenen Cafès, an Flughäfen etc. nur extrem gesicherte Telekom/T-Online-Hotspots (oder wahlweise auch von anderen Unternehmen) bekommt, mit komplizierter Registrierung und zu Preisen, bei denen man schon fast vermuten könnte, dass da im Hintergrund jemand manuell die Stecker bedient. Ein offenes WLAN, oder zumindest der regelmäßig wechselnde WPA-Key auf der Quittung, könnte ja zu viel Kundenservice sein und Schäuble nicht ins Konzept passen. So ein paar Euro in einen DSL-Anschluss und nen Accesspoint investieren, dafür Kunden anziehen etc. scheint wohl nicht jedermanns Sache zu sein. Man kann die Bevölkerung einfach so schön überwachen. Bei öffentlichen Hotspots, die jede Dumpfbacke aufmachen kann, wird's schließlich schwierig mit der Zensur. Ernsthaft geplant beispielsweise in Flugzeugen. Oder nicht doch lieber gleich Pornos im ganzen Internet verbieten? Auch das gibt's.

Und wieder frag ich mich: Wann kommt Deutschland in der modernen Zeit an? Wann kommen unsere Politiker in der modernen Zeit an? Dass sie es nicht sind, beweist ein Video/Interview — das ist immerhin mal realistischer als dieses 100 Leute fragen, die dümmste Antwort im Fernsehen zeigen und davon auf die Intelligenz der Jugend zu schließen.

Eigentlich wäre es ja die Aufgabe des Branchenverbands Bitkom, mit seiner Lobby-Macht mal was ordentliches auf die Beine zu stellen, statt ständig nur über selbstverschuldete Fachkräftemängel zu klagen. Auch dazu gibt es beispielsweise im Heise-Forum regelmäßig schöne Erklärungen (#1, #2). IT-Arbeitslosigkeit gibt es ja auch genug, neulich kam erst wieder der Bericht, dass die IT-Arbeitslosigkeit im August auf 29.645 Personen gestiegen ist (ohne die, die in „Fortbildungen“ des Arbeitsamtes stecken).

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