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»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.

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14 Monate Haft für Abmahnanwalt

Da waren sie alle schnell — sogar auf Heise gibts den Bericht zeitnah. Sehr zu empfehlen die Grüne Welle im zugehörigem Forum.

Interessant ist ebenfalls der entsprechende Artikel bei Gulli. Sie enthält nämlich einen kleinen Ausschnitt, der dem allgemeinen Freudentaumel im Netz allerdings in keinster Weise einen Abbruch tut:

Gegenüber der Gulli-Redaktion äußerte sich Freiherr von Gravenreuth, dass das Urteil „nicht seiner Rechtsauffassung“ entsprechen würde und er in jedem Fall in Revision gehen werde. Die Erfolgsaussichten der Revision bezeichnete er als gut.

Wer genaueres über Freiherr von Gravenreuth wissen möchte, dem sei beispielsweise der Wikipedia-Artikel ans Herz gelegt. Über eine geeignete Suchmaschine mit geeigneten Begriffen (Im Regelfall reicht der Nachname sowie eines der Wörter „Erfahrungen", „Berichte“…) findet man durchaus weitere interessante Berichte zur Nachforschung.

Immerhin ist von Gravenreuth einer der wenigen Anwälte, die Ahnung vom Internet haben — dass wollte ich nur noch mal anerkennent erwähnen. Allerdings nützt das beste Wissen nicht viel, wenn man es falsch („falsch“ in Bezug auf die Allgemeinheit) einsetzt. Und so hat er eben seine 14 Monate ohne Bewährung bekommen. Man könnte dazu irgendwie Parallelen zu einer gewissen Band ziehen, die ich neulich im Blog erwähnt habe — da gab es das Fazit mit dem Geld und so.

Ich seh mich dann mal im Heise-Forum um und freu mich ebenfalls über die andere Gerichtsentscheidung von heute :)

Protokolle und die Implementation in Wordpress

Nachdem ich hin und wieder mich über die nicht funktionierenden Trackbacks zu verschiedenen Blogs gewundert hatte, bin ich über einen sehr interessanten Thread gestolpert.

Trackbacks are nothing but HTTP requests with certain things in them. The standard simply states that if the HTTP request is sent that includes various items like title, excerpt… see http://www.sixapart.com/pronet/docs/trackback_spec.

Well Wordpress doesn't detect this, not sure why. Insteaad what they do is check if the trackback data contains „tb=1“ and if so they then process like a trackback. If not they process like a page request and send you the whole page instead of the trackback response.

Wer also Probleme hat, Trackbacks abzusetzen, sollte seine Implementation anpassen. Für Drupal steht in Thread eine Lösung, für andere Blogsysteme sollte eine Suche nach „excerpt“ als Stichwort helfen — dann hat man die entsprechende Datei in der Regel ebenfalls gefunden.

Ich weiß schon, warum ich WordPress nicht mag :) Von der deutschen WordPress-Startseite ein kleines Zitat mit Hervorhebungen:

WordPress ist ein zeitgemässes Weblog-System zum Veröffentlichen persönlicher Beiträge — den Schwerpunkt bilden Ästhetik, Webstandards und Benutzerfreundlichkeit.

Und hiermit mal wieder der Tipp: Was alle haben, funktioniert meistens nicht so, wie's sollte. Das trifft auf Wordpress ebenso zu wie auf Windows, auf die CSU/CDU, auf die GEZ (Liste beliebig verlängerbar).

Ich pinge einfach mal einen Blogeintrag an, vielleicht kümmert sich ja jemand drum… Immerhin funktioniert's jetzt.

Bayerntrojaner: Existenz offiziell bestätigt

Beim Landesverband Bayern der Piratenpartei berichtet man von einer Hausdurchsuchung — die Partei hatte im Januar einen zugespielten Brief veröffentlicht (als PDF, Zusammenfassung, englische Informationen bei Wikileaks), in dem haargenau über den Einsatz eines Bayerntrojaners berichtet wird.

Nach dieser Hausdurchsuchung beim Pressesprecher der Piratenpartei gehen die Piraten wohl zurecht von der Echtheit des Schreibens aus. Einerseits sieht man dadurch wieder die Intelligenz der verschiedenen staatlichen Institutionen (den Informant kriegen sie dadurch nicht raus, die Bestätigung über die Echtheit aber gleichzeitig abgegeben). Im Dokument zumindest sieht man den Einsatzzweck genau (es geht um Skype):

Um die technische Umsetzung der Überwachung dennoch zu gewährleisten, muss auf dem Rechner des Betroffenen eine spezielle Software installiert werden, mit deren Hilfe die relevanten Daten vor der Verschlüsselung „abgegriffen“ und an das Bayer. Landeskriminalamt übersandt werden können.

Immerhin haben die guten Leute bei DigiTask (der Anbieter der Schnüffelsoftware) das Protokoll scheinbar näher analysiert:

Zwar lässt sich bei Überwachung von Festnetz- oder DSL-Anschlüssen der gesamte, mittels Skype erzeugte Datenverkehr aufzeichnen, jedoch nicht entschlüsseln. Die Verschlüsselung von Skype erfolgt über den AES (Advanced Encryption Standard; „Rijndael“) mit einem 256-Bit-Schlüssel. Die symmetrischen AES-Keys werden mit RSA-Keys (1536 bis 2048 Bit) ausgehandelt. Die öffentlichen Schlüsel der Nutzer werden durch den Skype-Login-Server beim Einloggen bestätigt. Um Skype-Kommunikation zu überwachen, müssen daher andere Ansätze als bei der herkömmlichen Telekommunikationsüberwachung realisiert werden.

Backdoor scheinen sie keinen zu kennen (ob in Skype irgendwas ist — wer weis?), sonst würden sie nicht eine Software installieren wollen. Sie kennen ja scheinbar das Skype-Protokoll ansatzweise.

Immerhin: Deren Software läuft nur unter Windows 2000 und Windows XP; das Schreiben enthält leider kein Datum, aber mit Vista wurde es zumindest lange Zeit schwierig. Wie ich das interpretiere, kann man getrost alle Terroristen dazu aufrufen, ihre Anschläge mit Linux zu planen… Würde gern mal sehen, wie die bei einem heimlichen Hausbesuch zur Installation (Terroristen klicken nun mal nicht jeden Dateianhang an, wie im Dokument angedeutet) vorbeikommen wollen, und das Setup nicht so wirklich laufen will *g*

Hausdurchsuchungen zur Abschreckung jedenfalls gibt es häufiger, hier mal ein Zitat aus einem Zeit-Artikel:

Die Hausdurchsuchungen bei mutmaßlich militanten Gegnern des G8-Gipfels in Heiligendamm geben einen Vorgeschmack darauf, wie Wolfgang Schäubles präventiver Sicherheitsstaat aussehen könnte.

Und würde es die Piratenpartei mal schaffen, einen kompletten RSS-Feed anzubieten (und nicht nur drei Sätze pro Artikel), würde einem auch so was wie das hier auffallen und man könnte darüber berichten. Aber leider ist die wohl einzige wählbare Partei in Deutschland noch nicht ganz auf der Höhe der Zeit (das Wahlprogramm ist allerdings besser als der Webauftritt).

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