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»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.

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Filesharing komplett legal

Bei Musicload steht bei vielen MP3s da:

Rechte: unbegrenzt kopieren, unbegrenzt brennen, unbegrenzt abspielen

Nun ja, wenn man für 1,29 € tatsächlich die Rechte zum „unbegrenzt kopieren“ bekommt, dann wäre das tatsächlich mal ein Angebot, für das man getrost ein bisschen Geld ausgeben kann :)

Richter, Politiker und Manager...

Nach der gestrigen Wahl könnte ich eigentlich schon wieder massig Blogeinträge schreiben — aber ich lasse mich überraschen, wie sehr sich die FDP in ihren Machtfantasien von der CSU einlullen lässt, freue mich weiterhin über das gestrige Gesicht von Beckstein und kann ganz klar sagen: etwas über 50 % Wahlbeteiligung, also ungefähr die Hälfte Nichtwähler, zeigt klar, was die Leute von der Politik halten. Weniger als 20 % für die SPD ist auch für die nicht gerade eine Parade. Heute möchte ich eigentlich nur drei Punkte zusammen fassen.

#1: Wieder ein Beispiel für Leute, die keine Ahnung haben, was sie da eigentlich machen — und dann im Namen des Volkes Urteile fällen, die keinerlei Praxisbezug haben. Das LG Oldenburg (auf deren Website befindet sich doch tatsächlich im Header ein Bild mit knapp 4 MB (oben links, das mit dem im Wasser gespiegelten Gebäude)) hat entschieden (5 O 2421/08), dass bereits die Nutzung eines Filesharing-Clients nicht privat, sondern kommerziell ist. Also nie wieder OpenOffice.org oder Ubuntu per BitTorrent laden, es führt zu einem Auskunftsanspruch. Vielleicht sollte man jemand in Oldenburg bei den Herren aufkreuzen und ihnen die Gemeinsamkeiten von P2P-Tools sowie einem Browser erklären, und was beide für Möglichkeiten bieten.

#2: Der Kieler Landtag will die Gemeinden im Norden unterstützen, um gegen die herumfahrenden Google Earth-Autos vorzugehen. Dass dabei Google ganz anders behandelt wird als alle anderen, die schon seit 50 oder 60 Jahren die Panoramafreiheit in Deutschland genießen, interessiert da natürlich keinen. In einem Forenbeitrag liest man auch was von der ominösen Seite kreuzungsperspektive.de, die ebenfalls eine Sammlung Fotos von Kieler Kreuzungen anbietet — und das schon seit mindestens 2007. Das Straßenvermessungsamt hat übrigens die Verwendung entsprechender Satellitenfotos als Grundlage offiziell abgesegnet.

#3: Erst nix schaffen, und wenn die Technik dann so weit ist, die Hand aufhalten und sich die Taschen füllen wollen: Was man bisher eigentlich nur von der Musik- und Filmindustrie kennt, scheint nun auch die Buchindustriezu entdecken — warum nicht eine Buchpreisbindung auf eBooks? Vermutlich wird es auch hier darauf rauslaufen, dass kaum jemand — dank gleicher Preise obwohl keine Herstellungskosten (Papier, Druck, Bindung) und weniger Vertriebskosten — eBooks kaufen wird und am Schluss die Raubkopierer schuld sind. Und natürlich wird man versuchen, DRM zu etablieren und damit scheitern. Dummerweise gibt es gerade bei Büchern und Informationstexten im Netz noch mehr Alternativen als bei Musik — beispielsweise sei hier nur mal WikiBooks erwähnt. Mal warten, bis sich die Verlage an Angela Merkel wenden mit der Bitte nach strengeren Gesetzen.

Geldgeil bleiben oder doch lieber umdenken?

Bei Gulli fragt man sich:

Was ist los mit Metallica? Anstatt auf Piraten loszugehen und zu klagen, setzen sie jetzt auf selbst erstellte Inhalte von Nutzern

Im YouTube-Blog steht geschrieben:

Turns out the band itself has noted this phenomenon.

Schon seit ein paar Jahren experimentiert die Band mit dem Internet, obwohl sie die Ausgeburt des Bösens den neuen Technologien äußerst feindlich nicht aufgeschlossen gegenübersteht. Im Jahre 2000 wollte Metallica am liebsten über 350.000 Napster-Nutzer sperren lassen und sorgt für die Schließung der Tauschbörse. 2003 möchte Metallica nicht, dass ihre Musik über iTunes verkauft wird — der Vertrieb einzelner Songs könnte ja den Tod des Albums bedeuten (btw: gleichzeitig würde das auch weniger Gewinn bedeuten — zumindest, wenn man der Musikindustrie glauben schenken darf).

Damit an Metallica eine Gratulation: Willkommen in der neuen Zeit. Ja, wirklich — schließlich gibt es noch Musiker, die immer noch merkwürdige Dinge treiben.

Im Heise-Forum hat es ein Poster einmal so formuliert:

Nehmen wir an, jemand dreht ein Video auf dem er mit seinem
Skateboard fährt. Er schneidet das ganze und unterlegt es mit Musik.
Klar ist diese Musik mit einem Copyright belegt. Aber kauft jetzt
jemand, der den Ausschnitt dieses Liedes im YouTube Video gehört hat,
diese CD nicht mehr?

Metallica ist damit ein weiteres Beispiel für Leute, die das Internet einfach verschlafen haben, inzwischen aber umdenken. Was dabei rauskommen kann, wenn man zu sehr auf seinen Gewinn fixiert ist, demonstrierte beispielsweise der Fall Musikindustrie ./. Amazon:

… hatten die führenden Musikkonzerne Amazon abgemahnt, weil … deutlich billigere Importe … statt der regulären CDs angeboten wurden. … Die Antwort kam prompt: Nicht nur die beanstandeten Platten wurden aus dem Angebot geworfen, sondern gleich fast alle aktuellen Alben von zumindest zwei der größten Musikkonzerne.

Intelligenterweise war das natürlich mitten im Weihnachtsgeschäft :) Solche Patzer sind allerdings nicht die einzigen Fehler. Da werden munter Computersysteme manipuliert, irgendwelche Plastikscheiben statt CDs verkauft (die DVDs, die sich nicht abspielen lassen, wären noch mal ein Blogeintrag für sich) — was sich natürlich auch auf das Kaufverhalten auswirkt. Oder den besten, gut zahlenden Kunden wird das Kaufen ausgetrieben. Ein empfehlenswerter Artikel ist hierbei übrigens auch „Das Internet-Debakel“ von Janis Ian.

Um es mit den Worten von Telepolis zu sagen:

Die Musikindustrie scheint davon überzeugt zu sein, dass allein Abschreckung den Nutzer zu einem verstärkten Konsum bewegen kann.

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