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»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.

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Du bist Terrorist und Kinderschänder!

Hinter der Domain verbirgt sich übrigens auch eine nette Seite:

Nach drei Jahren stellt sich dann heraus, dass Sie wirklich nichts mit KiPo zu tun hatten und wirklich nur aus Versehen auf die gesperrte Seite kamen. (Was laut Frau v.d. Leyen ja unmöglich ist.) Sofern Sie in 3 Jahren noch leben… Müssen tolle 3 Jahre sein, in denen Sie in der Öffentlichkeit als Kinderficker da stehen, Ihren Arbeitsplatz verloren haben, Freundin/Frau/Kinder weg sind,… und niemand glaubt Ihnen dass Sie unschuldig sind — immerhin hat das BKA ja mitprotokolliert, dass Sie auf einer solchen Seite waren.

Ein unbedingter Angugg-Tipp: Du bist Terrorist!

Zensur in Deutschland: diesmal beim Stern

Eigentlich wäre hier ja ein Link auf einen Stern.de-Artikel. Ist ja auch so — dummerweise kommt da allerdings nur dieser Text:

Dieser Artikel steht leider nicht mehr zur Verfügung. Bitte kehren Sie zurück zur Startseite.

Der Artikel hat als Zusammenfassung oben drüber was von Spionage, EU-Geldern etc. stehen. Das erfährt man, wenn man beispielsweise im Google-Cache nachsieht. Die EU zahlt dafür kräftig — auch kein Wunder. Die von Deutschland (bzw. gewissen Demokratiefeinden in der Regierung) vorangetriebene Vorratsdatenspeicherung, Steuer-ID, biometrischer Personalausweis inklusive Fingerabrücken, Lauschangriff, Rasterfahnung, Anti-Terror-Datei und neuerdings das Ermächtigungsgesetz BKA-Gesetz (es gibt dazu auch eine Liste in der Wikipedia) sind ja beste Beispiele dafür. So wundert als also auch kaum, dass man im Artikel solche Zeilen liest:

„Probant ist ein Zwei-Jahres-Projekt, das durch die Europäische Kommission gefördert wird. Ziel ist es, Bewegungen und Verhalten von Menschen hinter Mauern zu verfolgen. Hauptanwender dieser Technik wird die Polizei sein.“

Vielleicht sollte man sich den Artikel speichern. Und zwar bevor er — wie zu erwarten — demnächst auch aus Google Cache verschwindet. Dumm, wenn man beim Zensieren (leichter politischer Druck oder so…) die andere Hälfte an Quellen vergisst. In einem Beitrag im Heise-Forum gibt's zum Zensurvorgang jedenfalls noch ein paar kleinere, weitere Informationen. Wer weiter liest, sieht auch, dass bei der ARD zumindest die offensichtlichen Links auf Beiträge, die der aktuellen Politik kritisch gegenüber stehen, verschwinden. Irgendwo in den Tiefen allerdings gibt es Dinge zum Download, die — zumindest wenn man den Heise-Postern traut — ganz interessant sein sollen.

Bayerntrojaner: Existenz offiziell bestätigt

Beim Landesverband Bayern der Piratenpartei berichtet man von einer Hausdurchsuchung — die Partei hatte im Januar einen zugespielten Brief veröffentlicht (als PDF, Zusammenfassung, englische Informationen bei Wikileaks), in dem haargenau über den Einsatz eines Bayerntrojaners berichtet wird.

Nach dieser Hausdurchsuchung beim Pressesprecher der Piratenpartei gehen die Piraten wohl zurecht von der Echtheit des Schreibens aus. Einerseits sieht man dadurch wieder die Intelligenz der verschiedenen staatlichen Institutionen (den Informant kriegen sie dadurch nicht raus, die Bestätigung über die Echtheit aber gleichzeitig abgegeben). Im Dokument zumindest sieht man den Einsatzzweck genau (es geht um Skype):

Um die technische Umsetzung der Überwachung dennoch zu gewährleisten, muss auf dem Rechner des Betroffenen eine spezielle Software installiert werden, mit deren Hilfe die relevanten Daten vor der Verschlüsselung „abgegriffen“ und an das Bayer. Landeskriminalamt übersandt werden können.

Immerhin haben die guten Leute bei DigiTask (der Anbieter der Schnüffelsoftware) das Protokoll scheinbar näher analysiert:

Zwar lässt sich bei Überwachung von Festnetz- oder DSL-Anschlüssen der gesamte, mittels Skype erzeugte Datenverkehr aufzeichnen, jedoch nicht entschlüsseln. Die Verschlüsselung von Skype erfolgt über den AES (Advanced Encryption Standard; „Rijndael“) mit einem 256-Bit-Schlüssel. Die symmetrischen AES-Keys werden mit RSA-Keys (1536 bis 2048 Bit) ausgehandelt. Die öffentlichen Schlüsel der Nutzer werden durch den Skype-Login-Server beim Einloggen bestätigt. Um Skype-Kommunikation zu überwachen, müssen daher andere Ansätze als bei der herkömmlichen Telekommunikationsüberwachung realisiert werden.

Backdoor scheinen sie keinen zu kennen (ob in Skype irgendwas ist — wer weis?), sonst würden sie nicht eine Software installieren wollen. Sie kennen ja scheinbar das Skype-Protokoll ansatzweise.

Immerhin: Deren Software läuft nur unter Windows 2000 und Windows XP; das Schreiben enthält leider kein Datum, aber mit Vista wurde es zumindest lange Zeit schwierig. Wie ich das interpretiere, kann man getrost alle Terroristen dazu aufrufen, ihre Anschläge mit Linux zu planen… Würde gern mal sehen, wie die bei einem heimlichen Hausbesuch zur Installation (Terroristen klicken nun mal nicht jeden Dateianhang an, wie im Dokument angedeutet) vorbeikommen wollen, und das Setup nicht so wirklich laufen will *g*

Hausdurchsuchungen zur Abschreckung jedenfalls gibt es häufiger, hier mal ein Zitat aus einem Zeit-Artikel:

Die Hausdurchsuchungen bei mutmaßlich militanten Gegnern des G8-Gipfels in Heiligendamm geben einen Vorgeschmack darauf, wie Wolfgang Schäubles präventiver Sicherheitsstaat aussehen könnte.

Und würde es die Piratenpartei mal schaffen, einen kompletten RSS-Feed anzubieten (und nicht nur drei Sätze pro Artikel), würde einem auch so was wie das hier auffallen und man könnte darüber berichten. Aber leider ist die wohl einzige wählbare Partei in Deutschland noch nicht ganz auf der Höhe der Zeit (das Wahlprogramm ist allerdings besser als der Webauftritt).

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