Über dieses Blog...

»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.

Momentaner Fokus: Android/Java, CalDAV, Windows 7 benutzbar machen

Feeds

Interessant gefunden? Mitlesen? Vollständige Beiträge per Feed.

RSS-Feed RSS 2, Atom

Zur Weiterverarbeitung oder zum Einbauen für Ihre Homepage: CSV, JavaScript

Durchsuchen

Tipp: AND & && OR | || XOR - ! NOT ( )

Archiv

Einträge im Februar 2012
MoDiMiDoFrSaSo
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829
Beiträge im Archiv zeigen

Frei nach Martin Niemöller

Bei Zeit Online in den Kommentaren:

Als sie Kinderpornografieseiten sperrten habe ich nichts gesagt, denn ich habe diese Inhalte ja nicht konsumiert.

Als sie Raubkopiererseiten sperrten habe ich nichts gesagt, denn ich habe ja nicht raubkopiert.

Als sie Blogs mit gesellschaftskritischen Inhalten sperrten habe ich nichts gesagt, denn ich war ja nicht gesellschaftskritisch eingestellt.

Als sie die Seiten von Oppositionsparteien und Gewerkschaften sperrten habe ich nichts gesagt, denn ich war ja nicht in der Gewerkschaft oder in so einer Partei.

Als sie das Grundgesetz ausser Kraft gesetzt haben, gab es kein Medium mehr über das ich hätte etwas sagen können.

(via Netzpolitik)

Bei der Gelegenheit auch noch der Hinweis auf den sehr guten Text Hintergrundtext: Kinderpornographie & Internet-Sperren bei Netzpolitik. Unbedingte Leseempfehlung!

Die digitale Todesstrafe

Heute gibt's zweimal das Thema Todesstrafe — und zwar nicht in Amerika, beim großen change-Typ, der sich ja ganz wohl damit fühlt und die prima findet, sondern bei uns in Europa. Die alte, also analoge Todesstrafe wird mit dem Lissabon-Vertrag eingeführt werden. Dazu ein altes Interview von 2005 mit Prof. Karl Albrecht Schachtschneider, jemand, der wirklich Durchblick hat.

Zugegebenermaßen ist das Interview schon etwas älter, passt aber gerade zur anderen Todesstrafe (und allgemein immer) — der Internetsperre. Bei netzpolitik.org hab ich einen passenden Begriff dazu gelesen: „Digitale Todesstrafe“. Ich weiß zwar nicht, warum mir der Begriff nicht schon eher über den Weg gelaufen ist, aber selbst Google findet unter 100 Ergebnisse dazu.

Ich habe den Begriff gerade gefunden — und wie ich finde, passt der wie die Faust auf's Auge. Er ist kein falsches Marketing-Geblubber wie „Raub"kopie oder „Diebstahl“ statt Urheberrechtsverletzung, sondern untertreibt es in die andere Richtung. Eine Internetsperrung hat ja nicht nur Auswirkungen auf das Leben des Gesperrten, sondern auch auf alle anderen, die den Anschluss ebenfalls mit nutzen (Familie, WG, Firma…) Vielleicht wäre so was wie „Digitale Kollektivtodesstrafe“ fast noch besser.

Schauen wir mal, ob wir den Begriff „Digitale Todesstrafe“ bekannt gemacht kriegen. Ich werde ihn wohl öfter gebrauchen.

Britische Internetsperre aufgehoben

Wie ich gerade bei Heise lese, wurde die britische Zensurmaßnahme gegenüber der Wikipedia aufgehoben. Wie schon bei Lutz Heilmann der Fall (ließ wikipedia.de sperren) scheint ein bisschen Druck aus der Öffentlichkeit Wunder zu bewirken. Typisch halt, erst mal was sagen und erst dann nachdenken (da hilft es auch nicht, mit Idioten-Fangthemen zu handieren). Interessant ist die Aussage der IWF:

„Das oberste Ziel der IWF ist es, die Verfügbarkeit von unsittlichen Bildern von Kindern zu minimieren. Allerdings haben unsere Bemühungen in diesem Fall den gegenteiligen Effekt bewirkt", schreibt die Organisation.

Nennt sich Streisand-Effekt und sollte jedem bekannt sein, der sich zumindest ansatzweise mit dem Internet auseinander gesetzt hat — was man von einer Organisation, die Sperrlisten für Websites pflegt, doch durchaus erwarten kann. Allerdings sind wohl solche Organisationen für Leute, die sich auskennen ähnlich spannend wie Yentl & Co.

Die IWF bedauert die unerwünschten Nebeneffekte, die die Filterung auf die Arbeit in der Wikipedia gehabt habe.

Man erinnere sich an die Aussage vor ein paar Stunden:

… gab sich eine Sprecherin der Organisation von den Beschwerden der Wikipedianer überrascht: „Eigentlich sollte es bei dieser Sperre keine Kollateralschäden geben.“

Mal schauen, wann wir britische Verhältnisse in Deutschland bekommen. Zumindest verlieren bei uns nur die Unternehmen Kundendaten und nicht der Staat *scnr*.

Alle Nachrichten finden Sie im Archiv.

Register