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»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.

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Java und die Abwärtskompatibilität

Dass ältere Programme mit neueren Dateien Probleme haben, ist ja nichts neues; und jede Programmversion bringt häufig eigene Dateiformate mit. Bestes Beispiel sind Photoshop, MS Office und andere. Dann gibt's noch das Phänomen, dass neue Programme die Dateien ihrer Vorgänger nicht mehr lesen können — im Regelfall kennt man das von Word, das sogar bei gleicher Version auf unterschiedlichen Rechnern Probleme gibt.

Nun gibt es ja auch dieses tolle Java. Gibt sich als fortschrittlich, als ziemlich sauber, objektorientiert, und was weiß ich nicht alles. Plattformkompatibel soll es sein, und auch Abwärtskompatiblität hat es sich auf die Fahnen geschrieben. Sprich: Programmcode, den man ursprünglich mal mit 1.4 (oder ähnlich) entwickelt hat, sollte auch durch den aktuellen 1.6-er Compiler laufen. Nun ergibt sich allerdings folgendes Problem:

Test.java:14: cannot find symbol
symbol : constructor A()
location: class A
public B() {
^
1 error

Was ist hier passiert? Ein Blick auf den Code lässt uns rätseln, wenn wir nicht wissen, was hier klammheimlich (wurde sicher irgendwo angekündigt, aber wer liest das schon…) irgendwo in 1.6 eingeschmuggelt wurde:

public class Test {
    public static void main(String args[]) {
        B b = new B();
    }
}

class A {
    public A(int a) {
        System.out.println(„Hallo“);
    }
}

class B extends A {
    public B() {
        System.out.println(„Neu“);
    }
}

Der Javacompiler scheint also das explizite Weglassen (oder unabsichtliche Vergessen) von super(); automatisch nachholen zu wollen. Dumm nur, dass in diesem Fall kein Konstruktor A() existiert, sondern nur A(int). Da der Compiler keine Zahlen erfindet und andererseits (hier) keinen Default-Konstruktor anlegt, muss das logischerweise zu einem Fehler führen.

Und schon ist die Abwärtskompatibilität im Eimer. Aber was macht das schon — wer mit Java bastelt, muss sich sowieso an einiges gewöhnen. Vom Swing-Kaugummi rede ich jetzt gar nicht, das gibt sonst wieder böse Worte von den Java-Fans. Dass Java immer etwas anders implementiert ist als in anderen Sprachen, daran muss man sich auch gewöhnen. Bestes Beispiel hier: s.subString(1, 3). Das gibt nicht etwa drei Zeichen ab dem zweiten Zeichen des Strings beginnend (C++, VB, PHP, Perl, JavaScript (wobei substring() mit substr() von Java identisch ist), SQL) — sondern zwei Zeichen. Auch dass der Garbage Collector selbst nach dem Aufruf von System.gc() nur „möglicherweise“ läuft, kann man mit ein bisschen Mitdenken ausbügeln (Destruktor? Ach, nachher mal…) Dass array.length und string.length() unterschiedlich mit den Klammern dahinter umgehen, ist historisch bedingt. Dass Calendar.get(Calendar.DAY_OF_MONTH)) bei 1 beginnt und Calendar.get(Calendar.MONTH)) bei 0, muss man auch nur wissen, um es zu beachten. Und die Versionsnummern sind uns eh völlig wurscht.

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich Java mag? Nein? Ich weiß warum.

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