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»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.

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Musikindustrie: Nur MP3s?

Ich zahl doch keinen Fast-CD-Preis für ein paar Bits… Mit diesem Fazit fällt schon wieder ein CD-Kauf flach (dummerweise gibt's das gesuchte Album nur als MP3-Download) — und wieder habe ich gerade die Musikindustrie arg geschädigt und sie um Millionen gebracht…

Nur mal so :)

Musikindustrie und so...

Wer mal wieder was zum Lachen haben will: in Österreich ist's fast wie in Deutschland.

Es gibt Leute, die gerne zwischen Musikindustrie und „Raubkopierern“ vermitteln wollen, und die Musikindustrie (in diesem Fall „Fachverband der Film- und Musikindistrie“) hat nix besseres zu tun, als ihre alte Argumentationskette wieder hervorzukramen.

Mal abgesehen davon, dass Peter Sunde nicht rechtskräftig verurteilt ist (die Entscheidung der ersten Instanz wird ja sowieso häufiger in Luft aufgelöst) und man wieder das Verhältnis der Kreativwirtschaft zum Rechtsstaat beobachten kann, gibt's hier wieder einen genialen Satz, in dem der rechtsfreie Raum mit Kinderpornos und Nazis erwähnt wird:

3) Es gibt keinen Grund, im Internet einen rechtsfreien Raum zu sehen. Bei Themen, wie die Beschränkung von Kinderpornografie oder rassistischem Material , ist das auch weitestgehend gesellschaftlicher Konsens. Beim Schutz von immateriellen Eigentumsrechten ist dieser Konsens halt leider nicht so.

The Pirate Bay: Anklage halbiert

Ich zitiere Die Ärzte aus ihrem Song Jag älskar sverige!

Wie gerne würd ich jetzt in Schweden sein,
weil jeder Schwede lacht und singt,
und pausenlos das Tanzbein schwingt,
bei 40 Grad und Sonnenschein

Wie bei der taz zu lesen ist, haben die Schweden — und die Welt allgemein — wirklich Grund, das Tanzbein zu schwingen und zu lachen:

Der zweite Prozesstag im Stockholmer Prozess gegen die Administratoren des BitTorrent-Trackers „Pirate Bay“ begann mit einer Sensation. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, am Mittwoch eine Hälfte ihrer Anklage fallen lassen zu wollen.

Hätte man halt Experten einsetzen müssen, statt auf Drängen der Rechteverdreher mit aller Gewalt einen Prozess durchziehen zu wollen. Unter anderem hat die Staatsanwaltschaft einfach alle Klicks auf Downloadlinks auf der PirateBay-Seite gleichgesetzt mit der Anzahl der entstandenen Raubkopien. Dass TPB auch Dateien anderer Tracker listete, war durchaus eine Überraschung für die Staatsanwaltschaft. Folge davon:

Übrig ist jetzt nur noch der Teil der Anklage, in der „Pirate Bay“ vorgeworfen wird, überhaupt Torrent-Dateien bereitgehalten zu haben.

Währenddessen in Deutschland: Experten warnen inzwischen fast jeden Tag vor Netzsperren (Kinderporno, Terrorismus und inzwischen auch Urheberrecht) und werden nicht gehört. Im Gegenteil: Die Warnungen werden gezielt zur Wahlkampfpropaganda genutzt (wie eigentlich das ganze Sperrvorhaben) und als „verantwortungsloses Störfeuer“ abgetan. Schade, dass das in Deutschland lediglich zu einer in der Praxis unwirksamen, aber China-Firewall-ähnlichen Regelung führen wird („Vom Kommunismus lernen heißt siegen lernen“ und so) und nicht gleich durch ein Gericht und die Medien aufgebauscht werden kann (höchstens, wenn das BVerfG ein Machtwort spricht — aber bei Dummheit sind die ja leider nicht zuständig).

Lassen wir uns überraschen, wie sich der TPB-Prozess fortsetzt. Wäre ja auch schade um den schönen Tracker… Wo wir gerade dabei sind: Ich lade auch gerade einen Torrent im Hintergrund, ich böser Raubmordkopierer. Es ist sogar die einzige Möglichkeit, die Dateien zu beziehen… Dumm nur, dass das ausgerechnet fast direkt von den USA gefördert wird: Blue Marble — die hohen Auflösungen sind alle über Torrents zu erreichen.

Geldgeil bleiben oder doch lieber umdenken?

Bei Gulli fragt man sich:

Was ist los mit Metallica? Anstatt auf Piraten loszugehen und zu klagen, setzen sie jetzt auf selbst erstellte Inhalte von Nutzern

Im YouTube-Blog steht geschrieben:

Turns out the band itself has noted this phenomenon.

Schon seit ein paar Jahren experimentiert die Band mit dem Internet, obwohl sie die Ausgeburt des Bösens den neuen Technologien äußerst feindlich nicht aufgeschlossen gegenübersteht. Im Jahre 2000 wollte Metallica am liebsten über 350.000 Napster-Nutzer sperren lassen und sorgt für die Schließung der Tauschbörse. 2003 möchte Metallica nicht, dass ihre Musik über iTunes verkauft wird — der Vertrieb einzelner Songs könnte ja den Tod des Albums bedeuten (btw: gleichzeitig würde das auch weniger Gewinn bedeuten — zumindest, wenn man der Musikindustrie glauben schenken darf).

Damit an Metallica eine Gratulation: Willkommen in der neuen Zeit. Ja, wirklich — schließlich gibt es noch Musiker, die immer noch merkwürdige Dinge treiben.

Im Heise-Forum hat es ein Poster einmal so formuliert:

Nehmen wir an, jemand dreht ein Video auf dem er mit seinem
Skateboard fährt. Er schneidet das ganze und unterlegt es mit Musik.
Klar ist diese Musik mit einem Copyright belegt. Aber kauft jetzt
jemand, der den Ausschnitt dieses Liedes im YouTube Video gehört hat,
diese CD nicht mehr?

Metallica ist damit ein weiteres Beispiel für Leute, die das Internet einfach verschlafen haben, inzwischen aber umdenken. Was dabei rauskommen kann, wenn man zu sehr auf seinen Gewinn fixiert ist, demonstrierte beispielsweise der Fall Musikindustrie ./. Amazon:

… hatten die führenden Musikkonzerne Amazon abgemahnt, weil … deutlich billigere Importe … statt der regulären CDs angeboten wurden. … Die Antwort kam prompt: Nicht nur die beanstandeten Platten wurden aus dem Angebot geworfen, sondern gleich fast alle aktuellen Alben von zumindest zwei der größten Musikkonzerne.

Intelligenterweise war das natürlich mitten im Weihnachtsgeschäft :) Solche Patzer sind allerdings nicht die einzigen Fehler. Da werden munter Computersysteme manipuliert, irgendwelche Plastikscheiben statt CDs verkauft (die DVDs, die sich nicht abspielen lassen, wären noch mal ein Blogeintrag für sich) — was sich natürlich auch auf das Kaufverhalten auswirkt. Oder den besten, gut zahlenden Kunden wird das Kaufen ausgetrieben. Ein empfehlenswerter Artikel ist hierbei übrigens auch „Das Internet-Debakel“ von Janis Ian.

Um es mit den Worten von Telepolis zu sagen:

Die Musikindustrie scheint davon überzeugt zu sein, dass allein Abschreckung den Nutzer zu einem verstärkten Konsum bewegen kann.

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