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»Wenn ich einmal alt bin, werde ich nur nörgeln — das wird ein Spaß!«

Tipps und Tricks, aber auch Kritik - breit gefächert von Technik bis hin zum Design, manchmal (oder immer öfter) auch Politik.

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Gewollt, aber nicht gekonnt: Sparkasse

Ich „freue“ mich, euch heute den aktuellsten Inhaber des Titels „Redesign — Gewollt, aber nicht gekonnt“ vorstellen zu dürfen: die Sparkasse.

Die Geschichte mit Redesigns ist immer die gleiche, egal welche Lebenslage. Während der Französischen Revolution sollte es bereits eine dezimale Zeiteinteilung geben, die sich allerdings nie durchsetzen konnte. Betrachtet man Swatch .beat sowie Redesign Deutschland und eventuell auch andere genialen Denker, die uns solche Ideen regelmäßig als ihre eigenen Ideen verkaufen wollen, ist auch die Sparkasse in das tiefe — und leider fast unendliche — Loch der misslungenen Redesigns gefallen und reiht sich in die Reihe der Nachmacher ein. Wochen vorher angekündigt, dass der Kontoauszug im neuen Design erstrahlen wird, ist die Ernüchterung groß. Ich hatte heute die Ehre, einen entsprechenden Kontoauszuck[!] ansehen zu dürfen.

Man erkennt auf den ersten Blick eine graue Betonwüste (Murx-Typografie, von Nadeln im Thermodruck verhunzt), die von einem roten Streifen oberhalb dekoriert wird — mehr nicht. Nach ein bisschen Suchen findet man auch irgendwo den Kontostand und ahnt, dass sich in den 10 Zeilen wohl zwei Buchungen aufhalten. Keine Spur von den früher üblichen Trennstrichen, mit denen die Buchungen separiert wurden, keine Spur von sonstigen Abständen. Dafür aber eine richtig spannende, neue Information, auf welche die Welt gewartet haben dürfte: Hinter der Summe aller Soll- bzw. Haben-Buchungen (die — wie sollte es anders sein — natürlich nicht unter der betreffenden Spalte steht, sondern irgendwo anders) steht die Anzahl der Buchungen, die zu diesem Betrag geführt haben. Ich überlege immernoch, für was diese Angabe wohl sinnvoll sein soll — ich würde spontan darauf schließen, dass da wohl jemand seinen Chef/Auftraggeber beeindrucken wollte. Immerhin könnte man jetzt ein Liniendiagramm aufstellen und nachvollziehen, mit wie vielen Euros so eine Buchung seit dem letzen Abholen des Kontoauszuges zu Buche schlägt.

Wenn es nur die Kontoauszüge auf dem Papier betreffen würde, könnte ich mich glücklich schätzen — allerdings ist in der Onlinebanking-Oberfläche (neben den ebenfalls hässlicher gewordenen Kontoauszügen) wohl auch noch gehörig der Wurm drin. Zwar wird man nun erst nach 12 Minuten statt nach 5 Minuten Nichts-Tun zwangs-ausgeloggt, allerdings ist diese Zeit auch dringend nötig, um in Ruhe überlegen zu können, wo sich wohl die Funktion verbergen dürfte, die man sucht. Im Prinzip alles Gewohnheitssache, wäre da nicht nur der kleine Nachteil, dass man durch die wesentlich gewachsene Tiefe der Navigation auch sehr zur Abnutzung der linken Maustaste beitragen dürfte. Immerhin geht es heute doch noch nicht so richtig los, Handy aufladen klappt beispielsweise gar nicht:

* Der Auftrag wurde nicht ausgeführt.
* Systemfehler — bitte wenden Sie sich an Ihren Kundenberater. (MDCxxxxxxxx100)
* Systemfehler — bitte wenden Sie sich an Ihren Kundenberater. (MDCxxxxxxxx110)
* 22. September 2008 um 19:xx:xx Uhr
* Verwendete TAN: 6xxxx1

Die verwendete TAN wird übrigens in der ebenfalls dazugekommenen Übersichtsliste als „Verbraucht“ gekennzeichnet. Wundert mich ehrlich gesagt, dass mit einer TAN zwei Fehlermeldungen produziert werden können, wo die doch sonst so schnell verbraucht sind…

Ein Lob muss ich allerdings für die angegebene Supportnummer aussprechen — eine gewöhnliche Festnetznummer. Allerdings kann das durchaus in anderen Städten anders sein. Ich werde da wohl mal anrufen und fragen, warum man nicht in der Lage ist, einen Grafiker zu bezahlen, der zumindest ansatzweise was von seinem Handwerk versteht. Oder werde noch mal ausdrücklich erwähnen, dass das Gefrickel mit dem iTAN-Verfahren außer einem Sicherheitsgefühl nicht sehr viel mehr bringt als Umständlichkeiten (waren das noch Zeiten, als man die TAN-Liste einfach in der Mitte durchschneiden und an verschiedenen Orten deponieren konnte).

Notebook-Klassen und Präsentationen

Wie Heise berichtet, werden in Würselen (nie gehört) Notebook-Klassen eingerichtet.

Softwareseitig kommt Windows Vista, MS Office sowie das auf weiteren Microsoft-Produkten basierende Lernportal IQ:on Professional 2008 von Conciety zum Einsatz.

Vista? Richtig. Woher die Kompetenz kommt, kann man leicht nachvollziehen, es gibt ja netterweise eine Projekt-Homepage:

Die aktuelle Ausstattung des Notebooks sehen Sie in der 34. Kalenderwoche wie gewohnt unter dem Butten „zur Bestellung",

Auch sonst ist die Rechtschreibung nicht das Gelbe vom Ei. Interessant ist ebenfalls das .CMS am Ende der URL, und ein Blick in den Quelltext verrät den Rest:

<META http-equiv="Page-Enter“ content="blendTrans(Duration=0.2)">

Passt auf jeden Fall zu meinem Fazit, zu dem ich gleich kommen werde. Denn: man liest dort auch so interessante Dinge, die es einem eiskalt den Rücken herunterlaufen lassen:

… Schüler arbeiten mit modernen, zeitgemäßen Werkzeugen und erlernen den Umgang mit Notebook, Internet und Softwareprogrammen.

… Schüler gestalten den Unterricht aktiv mit durch Präsentationen, die zuvor meist in der Gruppe erarbeitet wurden.

… mittels Recherche nach Informationen … suchen und dieses zu einer Präsentation weiterverarbeiten.

… wenn es darum geht, sich gegenseitig im Umgang mit dem Notebook und den Programmen zu unterstützen.

Warum nur erinnern mich die Sätze nur so an PowerPoint? Ach ja, ich erinnere mich: Zu meiner Schulzeit wurde einem nahe gelegt (dieses fast schon verpflichtende), sich den Schulbeamer und Schullaptop auszuleihen, um seine Referate zeitgerecht zu präsentieren. Verbunden mit dem tollen Informatik-Unterricht, in dem man neben dem größten Lernerfolg „viele Leute auf Server zugreife == Absturz“ (DOS-Attacke) die hoffnungslos veraltete Infrastruktur bemerkte und anschließend zumindest Animationen in PowerPoint und Autotext in Word beherrschte, gab das immer die unbeschreiblichsten Referate. Ich denke, jeder kennt die Zusammenstellungen sämtlicher von Windows mitgebrachten Schriftarten in sämtlichen farblichen Varianten.

Freuen wir uns, dass eine neue Generation geschmacksverblendeter Schüler heranwächst. Studienplätze für BWL gibt's ja genug…

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